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Bewährter Überschwemmungsschutz in Bad Orb - Hessenschau berichtet

Die Bilder von der Flutkatastrophe, vor allem in Reinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind noch präsent. Auch Bad Orb hat in der Vergangenheit ähnliches erlebt.

Anfang der 1990er Jahre hat es in Bad Orb mehrere Starkregenereignisse kurz hintereinander gegeben. Als Folge davon sind im Altstadtgebiet von Bad Orb immer wieder mehrere Keller vollgelaufen. Der kleine Bach Orb, der vom Orbtal kommend durch den Kurpark und dann vorbei an der Altstadt fließt, konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen und ist über die Ufer getreten.

Die Kernstadt von Bad Orb liegt auf knapp 200 Meter Meereshöhe in einem Talkessel und ist nahezu ringsherum von dem Bad Orber Stadtwald umgeben. Die Mittelgebirge erreichen eine Höhe von bis zu 540 Meter. Die Größe des Stadtwaldes beträgt rd. 2.250 ha. Bei Starkregen fließt das Wasser schnell die talwärts führenden Wander- und Wirtschaftswege hinab und führt deshalb zu Erosionen an den Waldwegen. Es waren zunächst zwei Gründe, die die Verantwortlichen vor 25 Jahren dazu bewogen haben, ein Modell zu entwickeln, dass zum einen vor Hochwasser schützt und Schäden an Wegen verhindert.

Die Idee war, das Wasser so lange wie möglich im Wald zu halten und nur allmählich abfließen zu lassen. Die Bad Orber Regenrückhaltemulden waren die Lösung. Sie fangen das Wasser zunächst auf, halten es im Wald fest und vermindern die Fließgeschwindigkeit was dazu führt, dass der Schotterbelag der Waldwege nicht abgeschwemmt wird. Heute kommen noch zwei weitere positvie Effekte dazu. Es bilden sich in einigen Mulden, in denen sich das Wasser länger hält, kleine Feuchtbiotope. Ebenso mildert es die Trockenheit, die sich in den letzten Jahren bis in tiefere Bodenschichten ausgebreitet hat, etwas ab.

Die Vorteile nochmals auf einen Blick:

• Verhinderung von Hochwasser

• Schutz der Wander- und Wirtschaftswege vor Erosion

• Bildung von Feuchtbiotopen

• Schutz vor Austrocknung der Böden

Im Stadtwald und in der Feldgemarkung sind heute über 400 Mulden vorhanden. Die Staukapazität liegt zwischen 5 und 15 Kubikmeter Wasser pro Mulde. Insgesamt können somit rd. 4.000 cbm. Wasser bei einem Starkregen zurückgehalten werden. Dort, wo es möglich ist, wird Oberflächenwasser auch direkt von den Wegen in die angrenzenden Waldbestände zur Versickerung abgeleitet.

Damit die Rückhaltemulden funktionieren, müssen sie je nach Beanspruchung in Zeitabständen von ein paar Jahren ausgebaggert werden. Die Kosten hierfür belaufen sich im Jahr zwischen 5 und 10 tsd. Euro. Dort wo es notwendig erscheint, werden auch heute noch neue Mulden angelegt.

Die Hessenschau berichtete am 12.09.2021 über das Bad Orber Projekt. Die Videobeitrag ist über nachfolgenden Link abrufbar. Der Beitrag zu Bad Orb startet bei Minute: 15:24

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