Neben den zahlreichen Möglichkeiten und Angeboten, in einem Waldkindergarten Bewegungsmangel und anderen Defiziten entgegenzuwirken, gibt es auch bestimmte Gefahren, die von allen Beteiligten beachtet werden müssen:

Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der u.a. im Dünndarm von Füchsen lebt. Zur Weiterentwicklung der Wurmeier benötigt der Fuchsbandwurm einen Zwischenwirt. Die Eier werden über den Kot des Fuchses ausgeschieden und abgestoßen. Da der Mensch ebenfalls die Funktion des Zwischenwirtes übernehmen kann, ist eine Infektion möglich. Deshalb ist es wichtig, keine Waldfrüchte (Beeren etc.) zu verzehren oder Kot anzufassen.

Tollwut (Rabies)

Tollwut ist eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung. Sie wird in der Regel durch den Biss oder den Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. Die Kinder sollten daher wissen, dass ein zutrauliches (sonst scheues) Wildtier eine Tollwutinfektion haben könnte. Im Wald gilt daher grundsätzlich, dass Wildtiere oder tote Tiere nicht angefasst oder berührt werden dürfen.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Tetanus ist eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung. Entstehen kann die Krankheit durch einen Erreger, der in der Erde, an rostigen Gegenständen oder in Fäkalien (von Menschen oder Tieren) vorkommen kann. Besonders bei tiefen Verletzungen wie Schnitt- oder Splitterwunden, aber auch bei Stichen und Bissen kann es zu einer Infektion kommen. Daher ist eine Impfung gegen Tetanus ratsam.

Vergiftung

Durch den Verzehr von Waldfrüchten (Beeren, Pilze o.Ä.) ist eine Vergiftung möglich. Sie hängt jedoch von den individuellen Voraussetzungen des Kindes und der Art der Pflanze ab. Ausschlaggebend ist die Wirkstoffmenge. Symptome einer Vergiftung können sein:

  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Durchfall
  • Schweißausbrüche
  • Benommenheit oder Schwindel

Auch hier ist es besonders wichtig, dass keine Beeren, Pilze oder andere Pflanzen in den Mund gesteckt oder gegessen werden.

Zeckenbisse

Zecken halten sich bevorzugt in niedrigem Buschwerk, Sträuchern, Gräsern oder Farnen auf. Beim Vorbeilaufen werden sie dort mit dem Körper abgestreift. Zecken können zwei Infektionskrankheiten übertragen, die „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ (FSME) und die „Lyme-Borreliose“.
Deshalb tragen die Kinder auch in den warmen Frühjahrs- und Sommermonaten Kleidung, die den Körper vollständig bedeckt (langärmelige T-Shirts, lange Hose oder Leggins, Strümpfe und feste Schuhe). Es ist wichtig, die Kinder nach dem Waldaufenthalt sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Eventuell vorhandene Zecken sollten unmittelbar mit einer Zeckenzange oder -pinzette entfernt werden (bitte keine Öle, Nagellack o.Ä. verwenden).

Insektenstiche oder -bisse

Wichtig ist, dass im Sommer auf süße Nahrungsmittel verzichtet wird. Außerdem sollten die Kinder nur Wasser in ihren Trinkflaschen mitbringen. Bei den Trinkflaschen wird darauf geachtet, sie nach dem Trinken immer verschlossen zu halten. Ist eine allergische Reaktion auf Insektenstiche oder -bisse bekannt, muss dies immer im Vorfeld mit dem/den Erzieher/-innen abgeklärt werden (für solche Fälle wird evtl. ein Notfallset benötigt). Diese Frage thematisieren wir auch in den Aufnahmegesprächen.