Ein weiterer Schwerpunkt in der Waldpädagogik ist die Sinneswahrnehmung.

Auch hier bietet eine Betreuung in der Waldkindergartengruppe ausreichend Gelegenheit, den Aufbau und die Entfaltung aller Sinne zu unterstützen und zu fördern.

Kinder nehmen - anders als Erwachsene - ihre Umwelt vor allem unmittelbar wahr, sie müssen im wahren Sinne begreifen; sehen, hören, riechen, greifen und fühlen gehören zusammen.

Computer, Fernseher und Spielkonsolen sind, ebenso wie Bücher, Zeitung oder Erzählungen, sekundäre Erfahrungswelten.

Das heißt jedoch nicht, dass die Kinder nicht auf sekundäre Lernformen vorbereitet werden, das Gegenteil ist der Fall: Primäre Sinnesentwicklungen sind Voraussetzungen, sich etwas abstrakt vorstellen zu können. So fördert gerade die Waldpädagogik Basiskompetenzen für unser Medienzeitalter.

Kinder sind im Wald in der Umgebung, die ihre Sinne voll und unmittelbar anspricht.

Diese Zeit bietet die Chance, Sinneserfahrungen zu machen wie sie später kaum mehr möglich sein werden. Kinder werden aufmerksam für elementare Erlebnisse, wie im Gras zu liegen, frische Luft einzuatmen, den Himmel und das Wetter zu beobachten oder einfach mit den Händen im Matsch zu buddeln. Sie finden selbstständig Naturmaterialien (z.B. Moos, Zapfen, Steine, Stöcke) und fühlen die unterschiedlichen Materialien (z.B. hart oder weich, glatt oder rau, trocken oder nass).0

Außerdem lernen sie konzentriert die Stimmen der Vögel anzuhören und lauschen wie der Wind in den Bäumen rauscht. Sie beobachten kleine Tiere und Insekten und können erfahren, wie sich die Natur durch den Wechsel der Jahreszeiten verändert. Kinder lernen primär mit allen Sinnen, durch sehen, riechen und vor allem durch begreifen und anfassen.

Wir sind davon überzeugt, dass erst wenn Sinne geschärft und gut entwickelt sind, Kinder in die Lage versetzt sind, sekundäres Lernen durch Erzählungen, lesen oder über das Internet gut aufzunehmen und – was in der modernen Welt immer wichtiger wird - einzuordnen.