Das Spiel ist der wichtigste pädagogische Schwerpunkt und das Prinzip vieler Wald- und Naturkindergärten.
Spiel ist aus pädagogischer Sicht kein Freizeitvergnügen, sondern natürliche und manchmal auch harte Entwicklungsarbeit an der eigenen Person und im sozialen Kontext. Spiel ist nach unserem Verständnis die natürliche und zentrale Bildungsmethodik für das Vorschulalter[1].
Während Bewegungsangebote, Sinnesentwicklung und Umweltwahrnehmung im Wald fast natürlich vorhanden sind, ist im Spiel pädagogische Methodik und Qualität gefordert.
Es wird in der Regel auf handelsübliches Spielzeug verzichtet. Im Gegensatz zu einem regulären Kindergarten ist das (Wald-) Spielzeug immer zur Hand. Äste, Steine, Blätter, Gras, Moos, Baumstümpfe werden zu Werkzeugen, Spielfiguren, Einrichtungsgegenständen, es entsteht eine Küche mit Löffeln, Tellern, Gemüse oder ein Herd zum Kochen.
Auf individueller Ebene werden Fantasie und Kreativität entwickelt, die natürliche Neugier und der Entdeckungsdrang werden bewahrt und sogar gestärkt.
Im bewussten Umgang mit ihrer Umgebung sind die Kinder angehalten, Verantwortung zu übernehmen. Begegnungen mit noch so kleinen Tieren oder seltenen Pflanzen sind keine künstlichen Übungsräume, sondern natürliche Herausforderungen, sich verantwortungsbewusst zu verhalten.
Im sozialen Miteinander entstehen Rollenspiele und dynamische Gruppenprozesse. Sie werden unterstützt durch erlebnispädagogische und interaktive Spiel- und Reflexionsformen. Spätestens hier wird auch klar, dass Spiel und angeleitetes Lernen verknüpft sind, diese Verknüpfung entsteht nicht aus sich heraus, sondern ist eine zentrale Aufgabe des erziehenden Fachpersonals.
[1]Vgl. Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan, S.30